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Payments Transformation – vom abstrakten Vorhaben zur konkreten Realisierung

Der Begriff Payments Transformation ist mittlerweile aus dem Bereich Financial Services nicht mehr wegzudenken. Die Weite der Begrifflichkeit birgt jedoch auch Herausforderungen. Was ist unter dem Begriff Payments Transformation zu verstehen und wie lässt sich so ein Vorhaben in eine geeignete Implementierungsstrategie überführen?

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Was bedeutet Payments Transformation?

Unter dem Begriff Payments Transformation, beziehungsweise Zahlungsverkehrstransformation, kann sich vieles verbergen, was gleichzeitig großes Potential mit sich bringt, ein standardisiertes Vorgehen jedoch erschwert. Grundsätzlich ist darunter die Transformation mindestens eines Bereichs der Zahlungsverkehrslandschaft zu verstehen, mit dem Ziel den aktuellen regulatorischen Anforderungen sowie den Marktanforderungen zu entsprechen und sich für die kommenden Jahrzehnte zu wappnen und flexibel aufzustellen. Deswegen ist Payments Transformation auch als wesentlicher Teil des Bankings der Zukunft zu betrachten. Welche Bereiche der Zahlungsverkehrslandschaft für eine Transformation ausgewählt werden, ist dabei nicht unerheblich, denn sie bestimmen sowohl den Umfang als auch das Vorgehen.

Die Entscheidung das Zahlungsverkehrssystem an sich zu transformieren bedarf eines anderen Vorgehens als die Transformation von Schnittstellenbereichen (wie beispielsweise die Kontoabstimmung oder Compliance-Funktionalitäten) des Zahlungsverkehrs. Unterschiedliche Herangehensweisen resultieren auch aus der eigenen Strategie des jeweiligen Finanzinstituts. Handelt es sich bei den zu transformierenden Bereichen um Kernkompetenzen oder strategische Vorhaben des Finanzinstituts gelten andere Kriterien, als wenn dies nicht der Fall ist. Diese unterschiedlichen Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, resultieren auch in unterschiedliche Anforderungen an die Implementierung und bestimmen somit die zu wählende Transformationsstrategie.

Die Zeit ist günstig.

Gerade jetzt scheint die richtige Zeit zu sein, um ein Transformationsvorhaben im Zahlungsverkehr anzugehen. Die zunehmenden regulatorischen Anforderungen resultieren in nicht funktionale Anforderungen, die die bestehenden Systeme an ihre Belastungsgrenze und darüber hinausbringen. Die Einführung und Weiterentwicklung von Instant Payments fordert von den Systemen Echtzeitfähigkeit und eine 24/7 Erreichbarkeit. Durch die Etablierung von Open Banking wird die Skalierbarkeit der Systeme immer wichtiger. Hinzu kommt, dass die Anforderung der Flexibilität für Wartung und Weiterentwicklung zunimmt. Die internationale Orientierung am ISO 20022 Standard setzt für eine optimale Nutzung die xml-Fähigkeit im Kern voraus. Eine monolithische und batch-orientierte Architektur kann diese Anforderungen nicht mehr abdecken, sodass ein Transformationsvorhaben über kurz oder lang unausweichlich ist.

Insbesondere die Umstellung der Zahlungsverkehrssysteme auf ISO 20022 nicht nur mittels einer Konverterlösung, sondern mittels xml-Fähigkeit im Kern wurde durch die von der msg GillardonBSM in Kooperation mit Unifits durchgeführten Studie bereits thematisiert. Mittel- bis langfristig sagten 88% der 100 befragten Finanzinstitute, dass sie die vollständige Umstellung ihrer Verarbeitung auf ISO 20022 planen1.

Doch auch die Trendentwicklung im Bereich Payments zeigt, wie wichtig die Zahlungsverkehrstransformation ist. Durch den Eintritt neuer Player in den Zahlungsverkehrsmarkt sind bestehende Finanzinstitute dazu gezwungen ihre Position und Schwerpunkte zu überdenken. Eine schnelle Anpassungsfähigkeit ist dabei unabdingbar2.

ISO 20022 Studie

Quelle: ISO 20022 Studie, msg GillardonBSM und UNIFITS GmbH

Von der Planung zur Umsetzung

Bei so vielen unterschiedlichen Formen, welche eine Zahlungsverkehrstransformation annehmen kann, ist ein standardisiertes Vorgehen, von der Entscheidung des Umfangs der Transformation bis hin zur Wahl und Durchführung der geeigneten Implementierungsstrategie, eine Herausforderung.

Die Entscheidung über den Umfang der Transformation signalisiert den Anfang des Implementierungsvorhabens, denn als nächstes steht die Wahl der geeigneten Transformationsstrategie an. Diese unterscheidet sich je nach Transformationsfähigkeit des jeweiligen betrachteten Finanzinstituts und variiert grundsätzlich zwischen 4 Basisstrategien: Eigenentwicklung, Verwendung von Standard-Software im Eigenbetrieb, Verwendung von Standard-Software As-a-Service sowie Business-Process-Outsourcing. Durch eine geschickte Kombination dieser Strategien und je nach Transformationsumfang kann jedes Haus seine individuelle Strategie wählen und die Implementierung gezielt angehen. Um die Transformationsfähigkeit eines Finanzinstituts zu beurteilen, sollte ein methodisches Vorgehen angewandt werden, welches sowohl fachliche als auch technische Elemente sowie die individuelle Situation des jeweiligen Hauses berücksichtigt und geeignete Handlungsempfehlungen ableitet.

Genauso wichtig für eine erfolgreiche Transformation wie die Identifikation der richtigen Transformationsstrategie, ist die Wahl des richtigen Anbieters mittels eines gut geplanten und geführten Auswahlprozesses. Dieser sollte sowohl die gesammelten Anforderungen als auch die individuellen organisationsspezifischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Finanzinstituts, wie beispielsweise die Infrastruktur, berücksichtigen.

Payments Transformation als Erfolgsfaktor für Finanzinstitute und Teil des Bankings der Zukunft

Die regulatorischen Anforderungen, die Trendentwicklung im Bereich des Zahlungsverkehrs und der Eintritt neuer Player in den Markt stellen bestehende Finanzinstitute vor immer neue Herausforderungen. Um am Markt weiterhin bestehen zu können und die Zukunftsfähigkeit des Zahlungsverkehrs zu sichern, müssen diese ihre Geschäftsmodelle umstellen sowie auf digitale Ökosysteme setzen2. Dieses Vorhaben, welches einen erheblichen Beitrag zum Banking der Zukunft leistet, kann durch die zielgerichtete und geeignete Payments Transformation unterstützt und schlussendlich auch erreicht werden.

Quellen
Blitz auf schwarz

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Marie Ströbele

berät als Senior Business Consultant bei msg GillardonBSM Geschäftsbanken und Zentralinstitute im Bereich Payments.

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