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MARZIPAN in der Gesamtbanksteuerung

Warum es so wichtig ist, die Vorkalkulation mit der Gesamtbanksteuerung zu verzahnen.

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Vorkalkulation für die Gesamtbanksteurung

Die integrierte Gesamtbanksteuerung dient im Wesentlichen der Steuerung der Bilanzstruktur unter Berücksichtigung der Limitierungen aus der Risikotragfähigkeit sowie einer davon abhängigen, angemessenen Ertragsgenerierung. Inhaltliche Schwerpunkte liegen insbesondere in dem Portfoliomanagement bezüglich der Entwicklung von Marktstrategien zur Sicherung der Wettbewerbsposition sowie dem Bilanzstrukturmanagement. Letzteres setzt sich mit der risikopolitischen Optimierung der Geschäftsstruktur und der Planung gesamtbankbezogener Rentabilitätsvorgaben aus der Geschäftsstrategie auseinander.

In diesem Kontext nimmt die Geschäftsfeldplanung eine strategische Position ein, da diese das Ziel verfolgt, ein Gleichgewicht zwischen risikoreichen, aber ertragsstarken Geschäftsfeldern sowie ertragsschwächeren, aber nachhaltigen Geschäften zu schaffen. Innerhalb eines strategischen Planungsprozesses, der mit der Definition und Abgrenzung der strategischen Geschäftsfelder beginnt und anschließend strategische Ziele für diese ableitet, wird auf der tiefsten Ebene die Beurteilung der Rentabilität eines Einzelgeschäfts ermöglicht.

Genau an dieser Stelle setzt die Notwendigkeit einer methodischen Konsistenz zwischen Vor- und Nachkalkulation ein, um die Basis zur Gewährleistung einer langfristigen Zielerreichung der Planannahmen zu schaffen. Denn nur wenn die Annahmen bezüglich der abgeschlossenen durchschnittlichen Volumina und Margen aus der Planung – und somit implizit auch der Vorkalkulation – dem Ist-Ergebnis aus der Nachkalkulation entsprechen, kann eine verlässliche Vertriebs- und Geschäftsfeldsteuerung vorgenommen werden. Die Forderung nach einer methodischen Konsistenz bedeutet jedoch nicht, dass die Ergebnisse am konkreten Einzelgeschäft in der Vor- und Nachkalkulation identisch sein müssen. Für das Massengeschäft ist es durchaus zulässig, statistische Gesamtannahmen in der Kreditvergabe zu treffen und erst im Nachhinein genauer zu rechnen.

Im Individualgeschäft führt in der Regel kein Weg an einer Angleichung der Pricingparameter aus der Vor- und Nachkalkulation an die operativen Vorgaben der Gesamtbanksteuerung vorbei, um eine hinreichende Genauigkeit und Übereinstimmung zwischen Planannahmen und anschließend realisierten Erfolgsgrößen zu ermöglichen. Diese Konsistenz umfasst sowohl die Festsetzung von Erfolgsgrößen als auch weitere Kostenbestandteile wie das Management von Eigenkapitalkosten, das Ausübeverhalten von impliziten Optionen sowie das individuelle Kreditportfolio und den daraus resultierenden Risiken.

Als softwaregestützte Anwendung ermöglicht MARZIPAN eine passgenaue Integration von Vor- und Nachkalkulation in die individuellen Geschäftsprozesse der Bank oder Sparkasse. Dabei liefert MARZIPAN konsistente Ergebnisse als Basis für die integrierte Gesamtbanksteuerung, eine barwertige Vertriebssteuerung sowie die Geschäftsmodellanalyse, ermöglicht Transparenz über die Ertragssituation Ihres Portfolios und deckt gleichzeitig die aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen ab.

Verzahnung der Vorkalkulation mit den unterschiedlichen operativen Vorgaben

Abbildung 1: Verzahnung der Vorkalkulation mit den unterschiedlichen operativen Vorgaben

Tanja Gerling

ist Sparkassenbetriebswirtin sowie Bachelor of Finance und leitet bei msg GillardonBSM als Partnerin die Abteilung Kalkulation. Sie hat viel Erfahrung in den Themen Geschäftsfeldsteuerung, Gesamtbanksteuerung, GuV-Planung, LCR-Steuerung, Reporting, Implizite Optionen und Liquiditätsrisikosteuerung (Zahlungsfähigkeit) sowie als Referentin von Seminaren und Autorin von Fachpublikationen.

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