Diese Sonderausgabe (Bankmagazin EXTRA) stammt aus dem Bankmagazin Ausgabe 7-8/2026, die in Kooperation mit msg for banking entstanden ist. Autorin des Artikels ist Bianca Baulig, Chefredakteurin des Bankmagazins.
Immobilienbewertung: Wie KI Plausibilitätsprüfungen revolutioniert
Die Plausibilitätsprüfung von Immobiliengutachten ist für Banken und Sparkassen essenziell, um Finanzierungsrisiken korrekt einzuschätzen und regulatorische Vorgaben – etwa im Pfandbriefgeschäft – einzuhalten. Bisher erfolgt diese Prüfung größtenteils manuell anhand von Excel-Checklisten, was zeit- und ressourcenintensiv ist.
Diese Sonderausgabe des Bankmagazins (Ausgabe 7-8/2026), mit der Best-Practice-Cover-Story zur KI-gestützten Immobilienbewertung, zeigt, wie ein KI-gestütztes Bewertungssystem diesen Prozess automatisiert: Auf Basis von über 100 fachlichen Kontrollpunkten wurde ein Modell entwickelt, das Gutachten nach einheitlichen Maßstäben prüft – nachvollziehbar, auditierbar und ohne Blackbox-Charakter.
Das Ergebnis: eine Effizienzsteigerung von über 90 Prozent bei nur rund zehn Prozent der bisherigen Kosten. Der Beitrag beleuchtet zudem, warum die Qualität der Trainingsdaten entscheidend war, welche Learnings sich aus der Praxis ergeben haben und welche weiteren Anwendungsfälle für KI im regulierten Kreditgeschäft bereits in Planung sind.

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Was Sie erwartet:
- Warum Plausibilitätsprüfung oberste Priorität ist: Fehlerhafte Immobiliengutachten bergen erhebliche finanzielle, regulatorische und reputative Risiken – von unzureichenden Sicherheiten bis zu Problemen bei der Pfandbriefdeckung.
- Der Denkfehler beim KI-Training: Warum das reine Nachbilden bestehender Gutachterbewertungen scheitert – und wie stattdessen ein Modell auf Basis des „perfekten Gutachtens“ entwickelt wurde.
- Die fachliche Basis zählt: Über 100 Kontrollpunkte aus jahrelanger Prüfpraxis bilden das Fundament – erst die Übersetzung von Fachwissen in klare Regeln macht die KI verlässlich.
- Konkrete Ergebnisse: Eine Effizienzsteigerung von über 90 Prozent bei gleichzeitig rund zehn Prozent der bisherigen Kosten im Vergleich zur manuellen Excel-Prüfung.
- Kein Blackbox-Ansatz: Jede Entscheidung der KI bleibt nachvollziehbar und auditierbar – ein zentraler Erfolgsfaktor für den Einsatz in einem stark regulierten Umfeld.
- Der wichtigste Lernpunkt: Standardisierung vor Automatisierung – erst wenn klar ist, welche Fragen an eine Wertermittlung gestellt werden, entfaltet KI ihren Mehrwert.

Effizienzsteigerung von über 90 Prozent
Ausblick
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Immobilienbewertung steht erst am Anfang. Während aktuell vor allem die Prüfung von Wohnimmobiliengutachten im Fokus steht, wird bereits an einem übergreifenden Prüfkatalog gearbeitet, der auch die deutlich komplexeren Anforderungen bei Gewerbe- und Sozialimmobilien abbilden soll.
Parallel dazu rückt mit der KI-gestützten Indeckungnahme ein weiterer, bislang stark manuell geprägter Prozessschritt in den Fokus der Digitalisierung.
Die Integration in zusätzliche Marktplattformen macht zudem deutlich, dass sich KI-gestützte Prüflogiken zunehmend als Standard in der Bewertungslandschaft etablieren, mit dem Ziel, Gutachterinnen und Gutachtern noch mehr Freiraum für komplexe und risikorelevante Fälle zu verschaffen.
KI im Banking funktioniert dann gut, wenn sie aus der Fachlichkeit heraus entwickelt wird und nicht umgekehrt.
Jens HeilmannLead Executive Partner | Artificial Intelligence | msg for banking ag
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