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banKIng³ – Folge 24: KI im Maschinenraum: Agenten, Fachkräfte und Transformation

Was passiert, wenn KI nicht nur unterstützt, sondern eigenständig Aufgaben strukturiert und orchestriert? In dieser Folge sprechen wir über Claude Cowork, neue Agenten-Architekturen und die Auswirkungen auf Banken, Fachkräftemangel und Regulierung. Außerdem werfen wir einen Blick auf Chip-Design mit KI und teilen praktische Lifehacks aus dem Arbeitsalltag. Eine Folge zwischen Produktivitätsschub und Systemwandel.

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banKIng3 – Drei Generationen, eine Vision

Die Finanzbranche steht vor einem Generationenwechsel – nicht nur in der Führung, sondern auch in der Technologie. banKIng³ zeigt, wie künstliche Intelligenz das Banking neu definiert und welche Rolle verschiedene Generationen in dieser Transformation spielen. Experten diskutieren über innovative KI-Anwendungen, regulatorische Herausforderungen und den Balanceakt zwischen Erfahrung und technologischer Disruption.

Unabhängig davon, ob Sie Teil der jungen Generation im Banking sind oder auf bewährtes Wissen setzen – banKIng³ liefert Ihnen die Insights, mit denen Sie die Zukunft aktiv mitgestalten können.

Haben Sie schon alle Folgen unseres Podcasts gehört?

banKIng3

Tauchen Sie ein in die Welt der künstlichen Intelligenz und Digitalisierung im Banking – mit Themen wie selbstlernenden Modellen, dem neuen Zusammenspiel von Mensch und Maschine und den Chancen moderner KI-Systeme. Unsere Experten zeigen, wie Prozessoptimierung und innovative Ansätze das Banking von morgen prägen. Jede Folge bietet wertvolle Einblicke und Impulse, um Ihre Bank zukunftssicher aufzustellen. Worauf noch warten? Jetzt die gesamte Podcast-Collection entdecken!

KI im Maschinenraum: Agenten, Fachkräfte und Transformation

Mit Tools wie Claude Cowork verschiebt sich die Diskussion rund um künstliche Intelligenz deutlich. Es geht nicht mehr nur um Textvorschläge oder schnelle Zusammenfassungen.

In Folge 24 unseres Podcasts banKIng³ sprechen wir über Systeme, die Aufgaben strukturieren, Teilprobleme erkennen, eigene Agenten losschicken und Ergebnisse orchestrieren. KI wird damit vom Assistenten zum Koordinator. Und genau das verändert die Spielregeln.

Die Leistungsfähigkeit dieser Systeme überrascht selbst Experten. Ganze Ordnerstrukturen, komplexe Dokumentensammlungen oder umfangreiche Wissensbestände lassen sich in Minuten analysieren und neu strukturieren. Was früher Tage oder Wochen in Anspruch genommen hätte, wird plötzlich zur Routineaufgabe. Das fühlt sich nach Produktivitätssprung an – und ist es vermutlich auch.

Fachkräftemangel oder Prozessproblem?

In vielen Banken gilt der Fachkräftemangel als Dauerzustand. Gleichzeitig bestehen große Teile der täglichen Arbeit aus Datenerzeugung, Validierung, Prüfung und Weitergabe. Wenn KI genau diese Tätigkeiten in hoher Qualität übernehmen kann, stellt sich zwangsläufig eine unbequeme Frage:

Haben wir wirklich zu wenig Fachkräfte – oder schlicht zu viele Engpässe in unseren Prozessen?

Technologie löst allerdings nicht automatisch alle Probleme. Wird ein Engpass beseitigt, entsteht häufig der nächste – an anderer Stelle. Prozesse verändern sich dynamisch. Und wenn Produktivität steigt, wächst oft auch die Nachfrage. Mehr Möglichkeiten führen zu höheren Erwartungen – von Kunden, vom Markt und nicht zuletzt vom Regulator.

Banken zwischen Standardisierung und Hyperindividualisierung

Über Jahre war die strategische Stoßrichtung im Banking klar: standardisieren, industrialisieren, automatisieren. Effizienz war das oberste Ziel. Mit leistungsfähiger KI könnte sich dieser Fokus verschieben. Wenn individualisierte Analysen, Reportings oder Produktvorschläge nahezu in Echtzeit möglich sind, entsteht Raum für echte Differenzierung.

Gerade im Firmenkunden- oder Private-Banking-Umfeld eröffnen sich neue Spielräume. Maßgeschneiderte Lösungen, personalisierte Kommunikation und schnellere Entscheidungswege werden realistischer.

Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen weiter. Auch Aufsichtsbehörden entwickeln sich technologisch weiter – und ihre Erwartungen wachsen mit. KI reduziert also nicht nur Aufwand, sie verändert auch das Anspruchsniveau.

Hochschule, Ausbildung und das neue Kompetenzprofil

Besonders spannend ist der Blick auf die Ausbildung. Wenn KI komplexe Analysen übernimmt, Texte strukturiert oder sogar komplette Lehrunterlagen generiert – was bedeutet das für klassische Kompetenzprofile? Welche Fähigkeiten sind künftig entscheidend? Und wie bewertet man Leistung, wenn die Unterstützung durch KI allgegenwärtig ist?

Das Zielbild von Ausbildung verändert sich gerade spürbar. Es geht weniger um reines Wissen und stärker um Einordnung, kritisches Denken und die Fähigkeit, Systeme sinnvoll zu orchestrieren. Wer KI steuern, bewerten und in Prozesse integrieren kann, gewinnt an Relevanz. Das ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine strukturelle Verschiebung.

Mehr Möglichkeiten, mehr Komplexität

Ein oft unterschätzter Effekt technologischer Sprünge ist die wachsende Komplexität. Wenn KI-Agenten Aufgaben untereinander verteilen, Ergebnisse zusammenführen und eigenständig Entscheidungen vorbereiten, entstehen neue Fragestellungen. Governance, Kontrolle, Verantwortlichkeit – all das wird anspruchsvoller.

Die große Frage bleibt: Wird Arbeit weniger – oder nur anders? Viel spricht dafür, dass Aufgaben nicht verschwinden, sondern sich verschieben. Organisationen müssen lernen, hybride Teams aus Menschen und KI zu gestalten. Und genau darin liegt vermutlich die eigentliche Herausforderung der nächsten Jahre.

Die Entwicklung ist rasant. Sicher ist nur: Stillstand ist keine Option.

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Raus aus der Use-Case-Falle:
Operationsmodell für
messbaren KI-Nutzen

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KI vom Einzelprojekt zur strategischen Fähigkeit
entwickeln – mit klarer Governance, tragfähigen
Rollen und einer skalierbaren technologischen Basis.

Jens Heilmann

Jens Heilmann

leitet bei msg for banking den Geschäftsbereich "Artificial Intelligence" und berät Kundinnen und Kunden zu den Themen Prozessdigitalisierung und künstliche Intelligenz in der Finanzbranche.

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