Das Altersvorsorgedepot (AVD) kommt – und mit ihm eine historische Chance
Zum 1. Juni 2026 wurde die Reform des Altersvorsorgezertifizierungsgesetzes (AltZertG) verabschiedet und der Weg zu einem neuen Altersvorsorgedepot (AVD) geschaffen. Der Startschuss fällt am 1. Januar 2027. Was bedeutet das für die Banken?
Das Altersvorsorgedepot ist auf den Weg gebracht
Mit der zum 1.Juni 2026 verabschiedeten Reform des Altersvorsorgezertifizierungsgesetzes (AltZertG)1 schafft der Gesetzgeber das neue Altersvorsorgedepot (AVD) und damit den Neustart der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Deutschland.
Das alte Riester-System, das viele als zu komplex, zu teuer und zu unflexibel empfanden, wird durch ein modernes Produkt abgelöst: mit staatlicher Zulage, einem klaren Kostendeckel von maximal 1,0 % p.a. und einem gesetzlichen Recht auf Anbieterwechsel. Der Startschuss fällt am 1. Januar 2027.
Ab diesem Stichtag können Finanzinstitute das neue Altersvorsorgedepot (AVD) anbieten. Die „Riester-Rente“ ist damit Geschichte – neue Verträge nach dem Riester-Modell können nicht mehr abgeschlossen werden.
Chancen für eine sichere Altersvorsorge
Was der Gesetzgeber in nüchterne Paragrafen gekleidet hat, bedeutet für Millionen Menschen in Deutschland eine echte Verbesserung.
Wer seit Jahren in einem teuren oder renditeschwachen Riester-Vertrag gebunden ist, kann künftig einfach wechseln – ohne seine staatliche Förderung zu verlieren. Junge Eltern können ab Geburt ihres Kindes ein gefördertes Depot eröffnen, bei dem der Staat die Zulage übernimmt und der Zinseszinseffekt von Beginn an wirkt. Und alle Sparerinnen und Sparer wissen erstmals genau, was ihr Altersvorsorgeprodukt tatsächlich kostet: Gesetz ist Gesetz, und mehr als 1,0 % p.a. darf kein Anbieter berechnen.
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Was bedeutet das für die Finanzinstitute?
Für Banken und Versicherer ist der 1. Januar 2027 keine ferne Deadline, sondern ein strategischer Wendepunkt. Rund 16 Millionen bestehende Riester-Verträge, 200 Milliarden Euro gebundenes Kapital im Wechsel-Pool und 10 Millionen Menschen ohne bestehende geförderte Altersvorsorge zeichnen das Marktpotenzial. BZSt-Zertifizierung, Vergleichsplattform-API und Anbieterwechsel-Recht werden verpflichtend.
Das Potenzial ist groß: Finanzinstitute können ein Produkt anbieten, das mit klassischen Depot-Lösungen konkurrieren und mit einem staatlichen Förderrahmen punkten kann.
Doch Eigenentwicklungen brauchen erfahrungsgemäß mehr als zwölf Monate – wer heute nicht mit einer belastbaren Analyse startet, riskiert, am Stichtag nicht marktfähig zu sein.
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