Fachartikel

Green Coding – mehr Nachhaltigkeit in der IT

Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Unternehmen weltweit müssen ihren CO2-Fußabdruck drastisch reduzieren, wobei sie verstärkt auf die Digitalisierung setzen. Allerdings stößt die Technik dahinter immense Treibhausgase aus, die verringert werden müssen. Um die IT nachhaltiger zu gestalten, wird ein neuer Ansatz verfolgt – Green Coding.

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Auszug aus dem Fachartikel „Green Coding – mehr Nachhaltigkeit in der IT“

Green Coding bezieht sich auf den Energieverbrauch einer Software und hier insbesondere auf die Bereiche Softwarearchitektur, die konkreten Softwarekomponenten sowie die Betriebsplattform. Im Rahmen der Softwarearchitektur ist Green Coding eine weitere nichtfunktionale Anforderung
analog zu Security oder Performance. Sie zielt darauf ab, den Energieverbrauch einer Softwarekomponente möglichst gering zu halten.

In der Praxis deckt sich das sehr oft mit Performanceanforderungen. Das heißt, häufig ist der performanteste Code auch der, der am wenigsten Energie verbraucht. Bei der Realisierung der Softwarekomponenten muss die Anforderung des geringen Energieverbrauchs messbar formuliert und während und nach der Entwicklung überprüft werden. Die Programmierer können bei der Optimierung weitgehend auf bekannte Maßnahmen zur Performancesteigerung zurückgreifen. Das Motto lautet hier:

Jede Codezeile hat das Potenzial, den Energieverbrauch zu senken.

Grüne Betriebsplattform

Die Betriebsplattform ist ein weiterer Bereich, in dem Green Coding eine große Rolle spielt. Der Betrieb in der Cloud ist in der Regel um ein Vielfaches energie- und damit CO2-effizienter als in firmeneigenen Rechenzentren, weil virtuelle Server oder Container nur zum Bedarfszeitpunkt
gestartet werden. Wird ein eigener lokaler Server betrieben, so sollte sich die Leistung der Hardware am tatsächlichen Bedarf ausrichten, der Server also nicht überdimensioniert sein.

Ist der Betrieb in der Cloud nicht möglich, dann sollte die Abwärme des Rechenzentrums in der kalten Jahreszeit bestenfalls auch als Heizquelle
verwendet werden.

Laut wissenschaftlichem Dienst des Bundestages steigt der Energieverbrauch von Rechenzentren jährlich an. Der Anstieg sei dabei vor allem auf den steigenden Strombedarf der Server zurückzuführen. Obwohl der Anteil der Software im Gegensatz zum Beispiel zur Kühlung der Rechenzentren
geringer ist, wird die Nachfrage nach energieeffizienter und ressourcenschonender Software in Zukunft steigen.

Auch die Anwender der Software haben Einfluss darauf, wann bestimmte Berechnungen durchgeführt werden. So können zum Beispiel unkritische
Batchläufe um die Mittagszeit ausgeführt werden, wenn eine Nutzung von Solarenergie möglich ist.

[…]

Fachartikel über Green Coding in gi 6-2022

Green Coding – mehr Nachhaltigkeit in der IT

In Zukunft wird es weitere Entwicklungen in Richtung Performanceverbesserung
und damit auch in Richtung Nachhaltigkeit geben.

Veröffentlicht in: gi Geldinstitute 6/2022

 

Sustainable Banking

Sustainable Banking

Nachhaltigkeit ist aus der Branche Banking nicht mehr wegzudenken. Treiber sind zum einen die Initiativen von Gesetzgebern und Regulatoren. Aber auch Kunden stellen vermehrt nachhaltige, umweltfreundliche und klimaschonende Aspekte in den Mittelpunkt ihrer Finanzentscheidungen. Um den langfristigen ökonomischen Erfolg zu sichern sowie die regulatorischen Hürden zu meistern, müssen Banken frühzeitig ihre Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsziele ausrichten und fit sein für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken.

Wie sieht die optimale Vorbereitung auf eine nachhaltige Zukunft in der Branche Banking aus? Dieser Frage gehen wir in unserer Serie Sustainable Banking auf den Grund. Mehr Informationen zu diesem Zukunftsthema finden Sie auf unserer Webseite.

Jakob Deiner

ist M. Sc. Informatik und verfügt über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Als Lead IT Consultant bei msg GillardonBSM berät er Kunden in seinen Schwerpunktthemen IT Architektur, objektorientiertes Design und containerbasierte Betriebsplattformen. Er ist außerdem Certified Professional for Software Architecture (iSAQB) - Foundation Level (CPSA-F) und Certified Scrum Master (CSM), Scrum Alliance.

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