Video

Rückblick: Trendkonferenz Aufsichtsrecht 2026

Mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, fünf hochkarätigen Fachvorträgen und spannenden Diskussionen fand unsere 14. Trendkonferenz Aufsichtsrecht am 10. März 2026 wieder im hybriden Format statt – und überzeugte sowohl vor Ort in Frankfurt a. M. als auch online mit starken Inhalten und einem intensiven Austausch. Es folgt ein fachlicher Rückblick des Konferenztages.

In dieser Collection enthalten:

Collection öffnen

Das war die 14. Trendkonferenz Aufsichtsrecht

Am 10. März 2026 war es wieder soweit – auf der jährlichen Aufsichtskonferenz der msg for banking ag erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder ein spannendes Programm zu aktuellen Aufsichtsthemen mit Referenten der Bankenaufsicht und der Bankpraxis.

Die mittlerweile 14. Trendkonferenz Aufsichtsrecht wurde erneut im hybriden Format durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich entscheiden, ob sie die Veranstaltung vor Ort besuchen oder lieber den Live-Stream verfolgen wollten.

Prof. Dr. Konrad Wimmer und Holger Dürr (beide msg for banking) führten wiederum gemeinsam durch diese seit Jahren etablierte Veranstaltung. Als zentrale Themen hatten sie dieses Mal „Die neuen MaRisk“, die Zukunft des Themas „Nachhaltigkeit“ und die Vorstellung von KI-Projektergebnissen herausgegriffen.

Die neue MaRisk

Dr. Torsten Kelp (BaFin) zeigte in seinem Vortrag „MaRisk – Konsequenzen der Neuausrichtung“ sehr anschaulich, welche Veränderungen die neue MaRisk-Novelle mit sich bringen wird. Die BaFin verfolgt hier mehrere Ziele, u. a. Komplexitätsreduktion, Stärkung der Proportionalität, Verschlankung der Regelungen zum Kreditgeschäft z. B. durch Streichung von Selbstverständlichkeiten und von zahlreichen Verweisen auf die entsprechende EBA-Guideline und eine klarere Adressierung der übergreifenden ESG-Risiken, die stärker in den Grundsatzteil gezogen werden sollen. Insgesamt gilt:

Mehr Prinzipienorientierung und weniger Regelungen im Detail.

Die Institute werden mehr Spielräume haben, die Regelungen mit Inhalt zu füllen. Hier setze auch die Diskussion ein, denn die Institute werden sich angesichts künftig wegfallender Vorgaben entsprechend positionieren müssen.

Nachhaltigkeit

Nach einer Kaffeepause wurde der Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Prof. Dr. Konrad Wimmer (msg for banking) thematisierte die problematische und zögerliche Verabschiedung der Omnibus-Verordnung durch die EU. Er erläuterte aber auch, dass die ESG-Risiken aus Sicht der Bankenaufsicht nach wie vor einen hohen Stellenwert einnehmen.

Michael Endmann (Stadtsparkasse München) zeigte den Umsetzungsstand zur Nachhaltigkeit im eigenen Haus auf. Er macht zudem deutlich, dass zwar die politisch verordneten Abschwächungen bei den Nachhaltigkeitsanforderungen (siehe Omnibus-Paket) die Institute dazu verleiten könnten, die begonnenen Umsetzungen zu pausieren. Dies ist nicht empfehlenswert, denn der neue §26 c KWG regelt ausführlich die Anforderungen an die Berücksichtigung der ESG-Risiken im Risikomanagement. Insbesondere sind die Institute gehalten, nach §25a KWG im Rahmen der Risikostrategie einen ESG-Risikoplan nach §26d zu erstellen. Plastische Beispiele unterlegten seine Ausführungen, u. a. benötigen die Institute bei der Immobilienbewertung Energieausweise. Hochwasser-Risiken lassen sich nicht aus der Postleitzahl der finanzierten Immobilie ableiten, vielmehr ist die Hausnummer ausschlaggebend.

Sebastian Bader (msg for banking) berichtete anschaulich von Praxisprojekten und leitete daraus plausible Umsetzungstipps für die Institute ab.

Künstliche Intelligenz

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen spannenden Einblick in die aktuelle Dynamik von KI-Modellen gewinnen. Kay Dietrich (Aareal Bank) und Prof. Dr. Dirk Schieborn (Hochschule Reutlingen / msg for banking) zeigten, wie mit speziell trainierten KI-Modellen mittlerweile Revisionsabteilungen auf einem ganz anderen Level agieren können. Beispielsweise können sehr schnell die gesetzlichen Anforderungen an Vertragstexte geprüft werden – bislang ist damit ein zeitaufwändiger manueller Prozess verbunden.

Im Rahmen des Vortrags konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einem Demosystem die Analyse von Testfällen live nachvollziehen. Die Dynamik in diesem Umfeld ist sehr hoch und es wurde deutlich, welche großen Implikationen und Veränderungen KI für den Arbeitsalltag mit sich bringen wird.

Credit Spread und SREP 2.0

Abschließend wurden in zwei Fachvorträgen die aktuellen Entwicklungen bei Credit-Spread-Risiken und SREP 2.0 vorgestellt.

Rainer Alfes (msg for banking ag) beleuchtete bezüglich der Credit-Spread-Risiken das aufsichtliche Regelungsspektrum, u. a. mit Bezugnahme auf die EBA-Heatmap vom Januar diesen Jahres. Er verdeutlichte, welcher Handlungsbedarf für die Institute besteht, insbesondere ist zu entscheiden, welche zinstragenden Geschäfte einzubeziehen sind. Prof. Dr. Konrad Wimmer (msg for banking) ergänzte diese Ausführungen durch einige Zahlenbeispiele.

Das Thema SREP 2.0 hat für diese Veranstaltung eine besondere Bedeutung, denn der SREP-Entwurf 1.0 war vor 14 Jahren der Auslöser für das Format der „Trendkonferenz Aufsichtsrecht“. Im Vortrag von Prof. Dr. Konrad Wimmer und Marco Lesser (beide msg for banking) wurde schnell klar, dass auch in Zukunft der entwickelte SREP-Rahmen weiter Bestand haben wird. Anhand einiger ausgewählter Aspekte wurde aufgezeigt, welche Veränderungen der SREP 2.0 mit sich bringen wird.

Der SREP wird zu einem umfassenden Rahmenwerk erweitert.

Dabei werden die bisherigen Kernelemente zwar beibehalten, aber deutlich ergänzt durch die Integration neuer Aspekte wie ESG-Faktoren, operative Widerstandsfähigkeit, Zusammenspiel der Säule 1 und Säule 2 Kapitalanforderungen oder die Aufnahme der bisher separaten ICT-SREP-Leitlinien (EBA/GL/2017/05).

Fazit

Die Veranstaltung hat wieder gezeigt, dass die Themen rund um Risikomanagement und Banksteuerung weiter in Bewegung sind und sowohl die aufsichtsrechtlichen Anforderungen als auch der technische Fortschritt zu weiteren Veränderungen in diesen Themenfeldern führen werden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen Referenten und Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die wertvolle Unterstützung, ohne die diese spannende Veranstaltung nicht denkbar wäre. Der damit verbundene Erfolg ermöglicht es uns auch dieses Jahr wieder, eine nennenswerte Spende für soziale Zwecke bereitzustellen.

Holger Dürr

Holger Dürr

berät bei msg for banking seit vielen Jahren Kreditinstitute zu zahlreichen Themen im Risikomanagement. Er hat viel Erfahrung in der Umsetzung von Fachprojekten, der Implementierung von Lösungen und er ist erfahrener Referent sowie Autor von Fachpublikationen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu schreiben.