EBA Supervisory Reporting Simplification oder Complication
Weniger Templates, weniger Komplexität, weniger Aufwand?
Die Ziele der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) sind klar. Für Banken beginnt mit der Supervisory Reporting Simplification jedoch zunächst eine umfassende Transformation von Daten, Prozessen und Systemlandschaften.
Mit der geplanten Überarbeitung des europäischen Supervisory Reporting Frameworks werden zahlreiche Meldebereiche – von FINREP und COREP über ESG bis hin zu Stress Testing – grundlegend weiterentwickelt. Parallel dazu treibt die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Integrated Reporting Framework (IReF) die Harmonisierung des statistischen Meldewesens voran. Beide Initiativen weisen in dieselbe Richtung: integrierte Datenmodelle statt isolierter Meldungen.
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EBA Supervisory Reporting Simplification oder Complication?
Vereinfachung mit weitreichenden Auswirkungen auf Daten, Prozesse und Systemlandschaften
Am 10. April 2026 hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ihr ITS Simplification Package veröffentlicht und damit den Startschuss für eine der umfassendsten Überarbeitungen des europäischen aufsichtsrechtlichen Meldewesens der vergangenen Jahre gegeben. Ziel der Initiative ist es, das Supervisory Reporting Framework zu vereinfachen, regulatorische Überschneidungen abzubauen, die Wiederverwendung regulatorischer Daten zu fördern und das Meldewesen an neue regulatorische Anforderungen wie CRR III, IFRS 18, FRTB und ESG anzupassen.1
Was auf den ersten Blick nach einer Vereinfachung klingt, bedeutet für viele Institute zunächst einen erheblichen Transformationsaufwand. Die geplanten Änderungen betreffen nahezu alle regulatorischen Meldebereiche und wirken sich auf Datenmodelle, Prozesse, IT-Systeme und Governance-Strukturen aus.
In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Inhalte der EBA Supervisory Reporting Simplification und erläutern, welche Auswirkungen Banken bereits heute berücksichtigen sollten.
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Ziele der EBA Supervisory Reporting Simplification
Mit der Supervisory Reporting Simplification verfolgt die EBA das Ziel, ein über Jahre gewachsenes Meldewesen grundlegend zu vereinfachen, regulatorische Überschneidungen abzubauen und die Datenlandschaft stärker zu harmonisieren.
Im Mittelpunkt stehen dabei vier zentrale Zielsetzungen:
- Reduktion von Komplexität und Compliance-Aufwand
- Höhere Proportionalität, insbesondere für Small and Non-Complex Institutions (SNCIs)
- Wiederverwendung regulatorischer Daten statt paralleler Datensammlungen
- Modernisierung und stärkere Integration regulatorischer Anforderungen wie CRR III, ESG, FRTB und IFRS 18
Die Simplification umfasst insgesamt neun Module und adressiert nahezu sämtliche Kernbereiche des aufsichtsrechtlichen Meldewesens:
- Liquidity Reporting (ALMM, LCR, Asset Encumbrance)
- FINREP
- COREP und Own Funds
- Operational Risk
- Stress Testing
- Market Risk
- ESG Reporting
- SNCI-spezifische Offenlegungsanforderungen
- Weitere CRR III-getriebene Anpassungen
Besonders weitreichend sind die Auswirkungen auf FINREP. Neben der Reduktion von Templates und Reporting-Frequenzen führt insbesondere IFRS 18 zu strukturellen Änderungen in Datenmodellen, Mapping-Logiken und Prozessen. Gleichzeitig wird ein „Core + Supplement“ Ansatz etabliert, der eine stärkere Proportionalität innerhalb des Frameworks ermöglichen soll.
Auch im Bereich Stress Testing zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Daten aus FINREP, COREP und ESG sollen künftig stärker integriert und bestehende Ad-hoc-Datenerhebungen reduziert werden. Ziel ist eine konsistentere Datenbasis und eine langfristige Senkung operativer Aufwände.
Darüber hinaus gewinnt das ESG Reporting weiter an Bedeutung. Neue Anforderungen zu Transition Risk, Physical Risk sowie Umweltrisiken über den Klimawandel hinaus führen zu einer deutlich stärkeren Verzahnung von Nachhaltigkeits- und Aufsichtsdaten.
IReF – der nächste Schritt zur integrierten Berichterstattung
Parallel zur EBA Supervisory Reporting Simplification treibt die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Integrated Reporting Framework (IReF) die Harmonisierung des statistischen Meldewesens voran. Ziel ist es, Mehrfachmeldungen identischer Daten zu reduzieren und ein integriertes, europaweit einheitliches Datenmodell für statistische Meldungen zu schaffen.
Die gleichzeitige Entwicklung der EBA Supervisory Reporting Simplification und von IReF zeigt die strategische Richtung der europäischen Regulierung: weg von formularorientierten Meldungen und hin zu integrierten, granularen Datenmodellen mit einer einmaligen Datenerfassung und mehrfachen Nutzung für Aufsicht, Statistik und Risikomanagement.
Was bedeutet das für Banken?
Die Simplification bringt langfristig Vereinfachungen, kurzfristig jedoch erheblichen Transformationsbedarf:
- Anpassung von Datenmodellen und regulatorischen Mappings
- Auswirkungen auf Release- und Testmanagement
- Überarbeitung regulatorischer Prozesse
- Anpassungen bestehender Systemlandschaften
- Stärkere Integration regulatorischer Datenhaushalte
- Frühzeitige Ressourcen- und Transformationsplanung
Die erstmalige Anwendung des neuen Frameworks wird derzeit für den 30. September 2027 erwartet. Banken sollten die Zeit bis dahin nutzen, um Auswirkungen frühzeitig zu analysieren und notwendige Transformationsmaßnahmen strukturiert vorzubereiten.
Fazit
Die EBA Supervisory Reporting Simplification ist weit mehr als eine Anpassung einzelner Templates. Sie markiert den Übergang zu einem stärker integrierten, effizienteren und datengetriebenen Meldewesen. Zusammen mit IReF bildet sie einen wesentlichen Baustein der zukünftigen europäischen Reporting-Landschaft und wird Datenarchitekturen, Prozesse und regulatorische Steuerungsmodelle nachhaltig beeinflussen.



