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LSI-Stresstest 2024: Wie widerstandsfähig sind kleine und mittlere Kreditinstitute?

In 2024 wird der LSI-Stresstest der deutschen Bankenaufsicht wieder durchgeführt. Der dafür erwartete Startzeitpunkt wird voraussichtlich der 1. April 2024 sein. Die ermittelten Ergebnisse wirken sich auch auf den SREP aus und können Ansatzpunkte für Sonderprüfungen sein oder im jährlichen Aufsichtsgespräch thematisiert werden.

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LSI-Stresstest 2022

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Ablauf des LSI-Stresstests

Im regulären zweijährigen Rhythmus wird der LSI (Less Significant Institutions)-Stresstest der deutschen Bankenaufsicht auch in 2024 wieder durchgeführt. Der dafür erwartete Startzeitpunkt wird voraussichtlich der 1. April 2024 sein. Das Ende der Erhebung wird für Ende Mai 2024 erwartet. Die Auswertungen und Abfragen basieren auf dem Stichtag 31.12.2023.

Ziel der Bundesbank und BaFin ist, die Widerstandsfähigkeit und Ertragslage der Institute gegenüber adversen wirtschaftlichen Entwicklungen zu prüfen.

An der Erhebung nehmen grundsätzlich alle deutschen Kreditinstitute gemäß § 1 Abs. 1 KWG teil, die von der BaFin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank unmittelbar beaufsichtigt werden. Insgesamt werden dies circa 1.300 kleine und mittelgroße Banken in Deutschland sein.1

Ergebnisse aus dem LSI-Stresstest

Die Rückmeldung der Aufsicht zu den gemeldeten Ergebnissen und Auswertungen wird für September 2024 erwartet und wirkt sich auf den SREP aus. Zudem können diese Resultate Ansatzpunkte für Sonderprüfungen sein oder im jährlichen Aufsichtsgespräch thematisiert werden.

Infolgedessen bilden die Ergebnisse eine Grundlage für die zukünftigen Eigenmittelanforderungen, weshalb der Meldebogen – im Wesentlichen bestehend aus der „Umfrage“, „GuV-Kapital“, „Zinsergebnis“, „Adressrisiko“ und „Marktrisiko“ – entsprechend sorgfältig zu befüllen ist. Denn durch die einheitliche Datengrundlage kann die Aufsicht jedes Institut in eine entsprechende Peer-Group einordnen und im Vergleich einen entsprechenden SREP-Score ermitteln.

Welcher Aufwand kommt auf die LSIs zu?

In den vergangenen LSI-Stresstests hat sich gezeigt, dass der erforderliche Aufwand zur Ergebniserzeugung nicht zu unterschätzen ist und oftmals eine abteilungsübergreifende Koordination notwendig war.

Eine frühzeitige Befassung mit den Anforderungen ist daher sinnvoll und kann Ressourcen in der Erhebungsphase schonen. So kann beispielsweise die statische Bilanzannahme bereits vorab umgesetzt und dokumentiert werden.

Der bereits erfolgte Probelauf aus 2023 (für 2024) zeigt eine, im Vergleich zum Stresstest 2022, ähnliche Struktur, weshalb vorab viele Datenquellen definiert werden können. Einzig bei den Markt-Szenarien und den qualitativen Fragen ist eine Veränderung zu erwarten.

Eine Erkenntnis des vergangen Stresstests aus 2022 war auch, dass die Mehrheit der Institute nur mit einem moderaten Zinsanstieg und geringen Zinssteigerungen geplant hatte.3 In der rückwirkenden Betrachtung haben sich die Zinsen im Zeitraum seit dem 31.12.2021 deutlich verändert, weshalb eine Rentabilitätssteigerung zu erwarten ist. Dabei zeigten sich jedoch auch mögliche Liquiditätsengpässe und Drohverluste aus Bewertungsergebnissen.

Folglich dürfte die zukünftig erwartete Entwicklung der Zinsen sowie die derzeitige Geschäftsstruktur besonders im Fokus stehen. Ein Ergebnisabgleich zu bereits gemeldeten Zahlen aus anderen aufsichtsrechtlichen Meldungen (bspw. SAKI) ist durchaus möglich. Zusätzlich können mit dem Stresstest auch die neuen IRRBB-Meldungen verglichen und plausibilisiert werden.

Fazit

Wir empfehlen Ihnen, sich bereits heute inhaltlich, datentechnisch und personell auf die Erhebung vorzubereiten. Bei Fragen stehe ich Ihnen als Experte zur Verfügung.

Quellen
Ron Schwach

Ron Schwach

berät als Senior Business Consultant bei msg for banking Kunden u.a. in den Themen Zinsbuchsteuerung, Liquiditätssteuerung, verlustfreie Bewertung sowie Stresstests.

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